Teil der Subkultur
Ich glaube ich komme langsam dahinter, warum ich hier kaum echte Holländer kennen lerne. In den Unterhaltungen der letzten Abende mit meiner Mitbewohnerin Reka und ihren Freunden, von denen bisher erst ein einziger aus Holland kam, habe ich erfahren, daß die holländischen Studenten in Maastricht gerne unter sich bleiben. Hier gibt es anscheinend eine sehr ausgeprägte Studentenverbindungskultur. Wenn man in keiner dieser Verbindungen oder Bruderschaften ist, ist es ziemlich schwer mit den Mitgliedern in Kontakt zu kommen, und die Mehrheit der einheimischen Studenten ist anscheinend in einer Vereinigung. Das sind genau solche Gruppen, wie man sie aus mehr oder weniger guten Hollywood-HIcgh-Schol/Uni-Filmen kennt. Mit bescheuerten Aufnahmeritualen und allem Schnickschnack.
Ich habe mir sagen lassen, dass es hier Clubs und Kneipen gibt, wo sage und schreibe niemand KEIN Vereinigungs-T-Shirt trägt! Wenn man diese Etablissements betritt, und trägt keines dieser besagten Shirts, wird man dort im besten Fall einfach ignoriert, bisweilen komisch beäugt oder beinahe rausgeekelt. Sogar bei der Wohnungssuche wird man von einigen Vermietern bevorzugt, wenn man in einer Bruderschaft oder ähnlichem ist. Und das wird einem von den Vermietern auch ganz klipp ud klar so gesagt!
Trotzdem gibt es hier eine sehr große Anzahl an internationalen Studenten, da in Maastricht viele internationale Aufbaustudiengänge angeboten werden. Und diese Ausländer, so wie ich es ja hier auch bin, haben kaum Möglichkeiten in eine solche Vereinigung herein zu kommen, da die meisten lediglich für ein oder zwei Jahre hier sind. Das verbindet also fast alle ausländischen Studenten und es gibt hier eine regelrechte internationale Gemeinschaft, die neben der einheimischen existiert.
Und ich mich zugeben, ich fühle mich bisher in dieser Subkultur sehr wohl. Ob ich diesem Zustand jedoch auf Dauer viel abringen könnte, da bin ich mir nicht sicher. Jedoch erlangt man durch so eine Erfahrung etwas Verständis dafür, wie sich vielleicht einige soziale Gruppen in anderen Länder (bespielsweise Deutschland) fühlen müssen.