Zimmer / Küche / Vorurteile

Veröffentlicht auf von Benjamin Weber

Ist zwar schon vorgestern geschehen, aber ich bin mittlerweile in mein neues Zimmer eingezogen. Naja, ich war von meinem ersten Zimmer wohl etwas verwöhnt, denn dort habe ich quasi nichts von der Strasse (eine der Hauptstrassen) mitbekommen. Ausserdem war es komplett möbliert, d.h. Bett, Kleiderschrank, Stuhl & Schreibtisch. Nun habe ich zwar eine schöne grosse (und sehr gemuetliche!) Matratze, keinen Kleiderschrank und ein Fenster zur Hauptstrasse raus. Aber ich will mich nicht beschweren! Für diesen Preis und in der Lage gibt es keine anderen freien Zimmer.

Hier ist mal ein Bild meines neuen Reiches.

Mein neues Zimmer

Aber das ganze hat auch irgendwie etwas Positives. Dadurch, dass ich beispielsweise keinen richtigen Tisch mehr habe, halte ich mich doch sehr viel in der Küche auf, wodurch man die Mitbewohner viel mehr trifft.

Apropos Küche: Ich bin jetzt ja offiziell in der oberen der beiden WGs, bin aber wohl doch durch den ersten Eindruck der unteren WG geprägt (wie die Gänse bei Konrad Lorenz) so dass ich zum Essen immer noch in die untere WG gehe. Da ist auch irgendwie mehr Leben. Während ich dort meistens zusammen mit Sofia und Reka zusammen esse, verpflegen sich die Bewohnerinnen der oberen WG tendenziell alleine. Daher kann ich auch gut über die ansonsten nicht sooo tollen Zustände der Küche bei Reka und Sofia hinweg sehen. So ist der Backofen nicht mehr der neueste, der würde sich sicherlich auch in einem Museum gut machen. Naja, die Tür schliesst nicht mehr so recht, daher muss dann eben improvisiert werden.

Hauptsache zu

Und ich habe viel Überzeugungsarbeit zu leisten, dass die Deutschen doch ein nettes Volk sein können. Denn das Bild des Deutschen im Ausland hat ja mitunter nicht so schöne Seiten. So waren die Mädels total überrascht, dass ein Deutscher richtig lächeln kann und auch mal etwas über seine Familie & Freunde erzählt. Und als sich Patricia mit mir letzte Woche mal über Nationalsozialismus und Faschismus unterhalten hat, war sie ganz baff, dass es mir nicht peinlich war über diese Themen zu reden! Bisher sagen die Mädels immer noch, das sei sicherlich ein grossangelegter Plan der Deutschen - erst nett tun, und dann irgendwann wieder die Weltherrschaft :-)

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Veröffentlicht in Alltag

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M
Ist ja lustig in welchem Zustand die WGs da so sind :-) Ist das in NL so üblich? Oder sind das jetzt speziell deine WGs? Kenne sonst eigetlich keine Wohnungen die in einem solchen Zustand sind?!°<br /> Das die Nazizeit immernoch so present ist in den Köpfen der Nicht-deutschen. Dabei ist das doch nun seit gut 60 Jahren vorbei!<br /> Gruß
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B
<br /> <br /> Die WG ist glaube cih so verwohnt, weil die Leute meistens recht kurz hier wohnen, und sich dan nicht so sehr um den Zustand kümmern. Sowas findet man sicherlich auch in Deutschland.<br /> <br /> <br /> Das mit den Nazis habe ich vielleicht etwas einseitig ausgedrückt. Gerade mit Italienern, die schliesslich den Faschismus "erfunden" haben, sind solche Gespräche sehr interessant! Einfach mal<br /> nach der Herkunft des Wortes Faschismus suchen. Da kann man noch was lernen :-)<br /> <br /> <br /> <br />
M
Gemütlich, gemütlich. Nicht so viel von der Familie berichten, wir sind ja alle nicht so ganz jugendfrei, denke an Deinen Bruder
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