Ts, Italiener!
Gestern Abend war ich mit zwei Kollegen und deren Freunden in der Stadt, um ein paar Gerstensaft-Getraenke zu uns zu nehmen. Man entschied sich fuer das "Cafe 't Pothuiske", ein kleines Cafe direkt an Maas mit einer schoenen Terasse. Das tolle an diesem Cafe ist die Tatsache, dass es dort eine riesige Auswahl verschiedenster Biere aus den Niederlanden, Belgien und natuerlich auch Deutschland gibt. Des Weiteren gibt es auch Biermenus, wo man drei bis vier ausgewaehlte Biersorten serviert bekommt. Das werde ich beim naechsten Besuch mal ausprobieren. Gestern habe jedenfalls erstmal sehr leckere Biere aus den Niederlanden verkoestigt, mit so schillernden Namen wie Zonnestraal oder Christoffel Blond.
Im Laufe des Abends unterhielt ich mich nun mit Alex, einem Produktmanager bei Esaote. Und da wurde ich doch einige Male ziemlich ueberrascht! Alex kommt aus Italien, das wusste ich ja vorher schon. Hoert man ja auch leicht an der Sprache, nich wahr. Hier nun die Details:
Ueberraschung I
Als der Kellner ihm sein Erdinger Weissbier (sein absolutes Lieblingsbier!) bringt, besteht Alex darauf, sich das Bier selbst einzuschenken. Ich denke mir zuerst: "Oh, tatsaechlich ein passionierter Biertrinker." Dann jedoch due Ernuechterung. Er schenkt sich sein Bier so ein, dass nicht eine Spur von Schaum auf dem kostbaren goldenen Getraenk zu erkennen ist. Ausserdem ist er sehr bedacht darauf, dass bloss keine Hefe von der Flasche in sein Glas hinueberrutscht! Unglaublich, aber das war wirklich seine Absicht! Und dann erzaehlt er mir noch, sein Vater sei Sommelier. OK, das ist ein Wein- und kein Bierspezi, aber ein grundlegendes Verstaendnis fuer Trinkkultur kann man da doch wohl erwarten. Ich denke mir nur: "Ts, Italiener! Das kann ja ein Spass auf dem Oktoberfest in zwei Wochen werden."
Ueberraschung II
Wie schon erwaehnt, Alex ist Produktmanager bei Esaote. Diese Position ist keine unwichtige, und er hat eine Menge Verantwortung. So erzaehlt er mir beispielsweise, er muesse demnaechst fuer ein paar Wochen nach Indien, denn schliesslich sei er fuer die Verkaeufe etc. in diesem fernen Abschitt der Welt verantwortlich. Als wir dann irgendwie auf sein Alter zu sprechen kommen, offenbart er mir, er sei gerade einmal 25 Jahre alt! Wow, normalerweise werden solche Positionen eher von etwas aelteren Leuten besetzt. Fuer Alex ist dies jedoch seine erste Anstellug nach dem Studium. Ich denke mir nur: "Ts, Italiener! Kein Wunder, die gehen bestimmt nur 5 Jahre zur Schule und Studium, wer weiss, was das in Italien bedeuten mag. Kein Wunder, dass die schon so frueh fertig sind! Dann noch ein bisschen italienischen Charme..." Hab ich ihm natuerlich nich gesagt, leg mich doch mit einem Italiener an. Ihr wisst schon, Mafia, Cammora, Berlusconi...
Ueberraschung III
Wie wir uns dann also ueber die verschiedenen internationalen Mentalitaeten unterhalten, mit denen wir jeweils bisher zu tun hatten, kommt aber die Wende und Alex steigt ploetzlich wieder hoch auf, auf meiner Sympathieleiter. Er meint naemlich, der habe die meisten Schwierigkeiten mit Leuten aus Portugal, Spanien, Frankreich, dem nahen Osten und ... Italien. Am besten klar komme er hingegen mit Niederlaendern, Belgiern, Englaendern, Schweizer und ... Deutschland! Ich denke mir nur: "Ts, Italiener! OK, sie haben vielleicht schlechte Angewohnheiten ein Bier ordentlich zu trinken. Sie haben vielleicht mehr Charme und kriegen deswegen direkt nach dem Studium die tollsten Positionen. Aber irgendwie doch ganz nett, die Leute aus dem Stiefelland. ;-)"
Im weiteren Verlauf des Abends bestaetigt sich der sympathische Eindruck und ich beschliesse "die Italiener" zu moegen.
Anmerkung 1: Ich bin grundsaetzlich gegen Verallgemeinerungen, wie "die Italiener", "die Deutschen" oder "die aus dem Nahen Osten". Aber manchmal passiert so etwas einfach.
Anmerkung 2: Ich habe hier auf der Arbeit keine Umlaute auf der Tastatur und bin heute mal zu faul gewesen, diese einzeln aus Wikipedia oder so hinein zu kopieren. Daher die ganzen ae, ue und oe.