Ausnahme oder Norm?
Heute fand ein Treffen zu einem Projekt statt, an dem auch die Arbeitsgruppe meines Chefs beteilgt ist. Diese Treffen finden regelmaessig so alle 2 Monate statt und dort stellen die beteiligten Doktoranden und weitere Mitarbeiter ihre aktuellen Fortschritte und den Stand der Dinge vor. Und ich war wirklich ueberrascht!
Waehrend meiner Zeit als Praktikant, Diplomand und Ingenieur beim Laserzentrum habe ich ja etwas Einblick in das sogenannte wissenschaftliche Arbeiten bekommen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Tatsache, dass ein erfolgreicher Wissenschaftler nicht nur im stillen Kaemmerchen irgendwelche tollen Sachen erforscht. Nein, er muss dies auch veroeffentlichen. Dies geschieht durch Artikel in den einschlaegigen Fachzeitschriften (und glaubt mir, es gibt fuer so ziemlich alles eine eigene!). Je internationaler, desto besser. Und je mehr desto besser. Eine weit verbreitete Meinung ist: Ein Wissenschaftler ohne seitenlange Veroeffentlichungsliste ist kein Wissenschaftler!
Mein bisheriger Eindruck war, dass man es waehrend seiner Doktorandenzeit schafft vielleicht einen oder auch mal zwei Artikel zu veroeffentlichen. Umso mehr ueberraschte mich dann heute die Tatsache, dass die meisten der Doktoranden, die heute vormittag einen Vortrag hielten mindestens zwei bereits veroeffentlichte, teilweise noch ein bis zwei weitere zur Ueberarbeitung und manche noch ein bis zwei zusaetzliche Artikel in Planung hatten! Macht nach Adam Ries (und nicht, wie immer halbrichtig gesagt wird, Riese!) im besten Fall sechs Veroeffentlichungen - alleine inder Doktorandenzeit! Nun wuesste ich nur gerne, ob ich damit beide Extreme kenne gelernt habe, oder ob das eine oder das andere die Norm ist.